Hinter den Kulissen wird fleißig an der Stadionfrage gearbeitet. Union hat nach einem Gespräch mit Sportsenator Körting am Freitag folgende Kerninformationen bekannt gegeben:
Der Bezirk Treptow-Köpenick garantiert die Spielfähigkeit der Alten Försterei für die dritte Liga. Gleichzeitig schickt der Bezirk zusammen mit dem Senat eine verbürgte Zusicherung an den DFB, dass bei einem Zweitliga-Aufstieg die vom DFB geforderten Auflagen von Bezirk und Senat erfüllt werden. Der berliner Senat hat sich nun also zu Union und der Alten Försterei bekannt!
Des weiteren wird intensiv an einem Erbpachtvertrag gearbeitet, der Union praktisch als Eigentümer der AF auftreten lässt und die Modernisierung der Alten Försterei für Sponsoren attraktiv werden lässt.
Es geht voran! Die Alte Försterei bleibt unsere Spielstätte! Egal, ob 2. oder 3. Liga, die Auflagen werden erfüllt, die AF wird modernisiert! We gonna live forever!
Guido Spork bezeichnet sich selber als unabkömmlich. Er gibt offen zu, dass es schon mal vorkommen kann, dass seine Spielweise die Grenzen der Legalität überschreitet. Einen solchen Wadenbeißer (positiv formuliert) bzw. hinterfotzigen Roy Keane (negativ formuliert) braucht seiner Meinung nach jede Mannschaft.
Erstaunlich ist, dass viele dieser unangenehmen, meist im defensiven Mittelfeld spielenden Akteure auf dem Platz zwar unausstehlich sind, im Privaten dann jedoch handzahme Menschen zu sein scheinen. So sagt man zb über den bayerischen Holländer (ups²) Marc van Bommel, dass er ein überaus ruhiger, lieber und aufmerksamer Mensch sei. Dokumentiert wurde dies bei diversen privaten Wein-Verköstigungen beim sozial-Menschen Valerien Ismael.
Normalerweise gehen diese Spieler der Rasse Gattuso auch beim Training mit Einsatz und Engagement voran. Nicht so bei Guido Spork. Er hat beim Waldlauf abgekürzt und eine Runde unterschlagen sowie einen lautstarken Disput mit dem Rat-Ältesten Marco Gebhardt geführt. Daraufhin wurde er vom Verein suspendiert und nach einer Aussprache und einer Geldstrafe in Höhe von ca. 8000 € begnadigt.
Es ist zu hoffen, dass jetzt intern der Haussegen nicht allzu schief hängt. Spork genießt in der Mannschaft eigentlich einen hervorragenden Ruf. Auf dem Platz ist er ein „aggressive Leader“ (Hitzfeld nach Telefonat mit Kalifornien), der die anderen Spieler mitzieht und puscht! Und von diesen Spielern haben wir definitiv nicht allzu viele. Nun hat er jedoch die Autorität der Trainer untergraben, was zur Folge haben könnte, dass sein Ansehen in der Mannschaft gesunken ist und der starke Teamgeist, den die Mannschaft im Laufe der Saison eindeutig demonstriert hat, nun auf eine harte Probe gestellt ist.
Kommen wir noch mal kurz zum Anfang zurück: ist ein Guido Spork wirklich in jeder Mannschaft von Nöten?
Meiner Meinung nach nur in diesen Mannschaften, die einfach nicht die spielerischen Mittel haben, um den Gegner zu bezwingen, sondern auch zu mindestens 50 % eine kämpferische, zerstörerische Ausrichtung haben, um zu gewinnen. Dass Marc van Bommel aus der niederländischen Nationalmannschaft zurückgetreten ist, hat nichts mit zwischenmenschlichen Problemen mit Trainer Marco van Basten zu tun, sondern schlicht und einfach deswegen, weil er weiß, dass sein Typ in der Nationalmannschaft nicht gefragt ist. Van Basten will den Gegner spielerisch bezwingen und nicht kämpferisch.
Gleiches gilt für große Mannschaften wie Arsenal, Real und Barca. Aber auch bei Mannschaften wie Manchester United spielen keine Zerstörer, Carrick ist bekannt für gefährliche Weitschüsse und strategische Fähigkeiten. Hargreaves findet sich meistens auf der Bank wieder. Natürlich gehört ein gesundes Zweikampfverhalten zum Spiel dazu, die Frage ist nur, ob man dafür auf einen Spork, der technisch in etwa so viel beschlagen ist wie ein Pferd und mir in der Spieleröffnung in dieser Saison kein einziges Mal aufgefallen ist, zurückgreift oder auf einen Flamini, der kämpfen kann wie ein Musketier, aber eben auch hohe spielerische Fähigkeiten hat.
Der Typ Viera ist out, der Typ Mascherano in. Vielleicht könnte ja Marco Löring in Essen neben Bönig den neuen 6er geben. Seine Lieblingsposition ist die 6 und spielerisch genießt Löring ein hohes Ansehen bei Trainer Neuhaus. Er könnte Mattuschka auch offensiv unterstützen. Union ist nicht hinterfotzig, Union ist ehrlich! Aber Union ist eben nicht Arsenal, sondern ein deutscher Regionalligist und in dieser Spielklasse muss gekämpft werden. Die Frage ist nur, in welchem Maße. Ob rein kämpferisch (Spork) oder kämpferisch + strategisch (Löring) werden die nächsten Spiele zeigen.
Zum Hermsdorf-Spiel nur so viel: Wir haben ein herrliches Endspiel gegen TeBe verpasst. Wir haben damit ebenfalls einen möglichen Einzug in die 1. DFB-Pokalrunde verpasst, womit wir widerum Einnahmen in Höhe von ca. 50 000 € verpasst haben. Wir haben mit dieser Niederlage jedoch einer möglichen Überheblichkeit entgegen gewirkt, die sich aufgrund unserer Serie (ungeschlagen in der Rückrunde) hätte einschleichen können. Die Mannschaft wird also hoffentlich in Essen alles geben und mit einem völlig anderen Gesicht auftreten, so, dass wir die 2. Liga erreichen und damit auch den DFB Pokal. Möglich ist es, also nutzt es!
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