Der Fußballbetrieb läuft auch an diesem Wochenende, aber leider ohne Union. Der FCU hat Spielfrei. Und das fühlt sich ungefähr so an, wie das Gefühl beim Herausnehmen einer schwarz gewordenen, weil zu lange im Ofen gelassenen Pizza: „Verdammte Scheiße! Was soll ich denn jetzt essen?!“ Man hat sich so auf die Pizza gefreut, hatte schon den Geschmack im Gaumen und alles was man bekommt, ist Leere.
Aber das Problem kommt erst noch. Der Späti unten hat schon zu, im Kühlschrank gibt’s nur Schmalz aber kein Brot und habt ihr schon mal Schmalz pur in solchen Mengen gegessen, dass ihr davon satt werdet? Nein? Ich auch nicht und ich hab’s auch nicht vor, also geht’s mit Hunger ins Bett…
Ähnlich sieht das auch Guido Spork, der Gattuso Unions: „Wir sind in diesem Jahr noch ungeschlagen und wären lieber im Rhythmus geblieben.“ Dass Präsident Dirk Zingler immer noch mit richtiger Fan-Seele dabei ist, belegen seine in der BZ gedruckten Worte zum Spielfreien Wochenende: „Mir fehlt was, wenn Union nicht spielt.“
Und hört mir bloß auf mit dieser langweiligen 1. Bundesliga als Ersatzbeschäftigung. Die verdammten Bayern spielen in ihrer hässlichen Betonbude neben dem Müllberg einen unglaublich schlechten Ball und der Rest der Liga ist noch schlechter und schafft’s jedes Mal auf’s neue, den Bayern tabellarisch gesehen wieder nicht näher zu kommen.
Möglicher Ersatz könnte am Sonntag das Derby Liverpool-Everton sein, aber irgendwie reizt mich das auch nicht. Wahrscheinlich liegt das daran, dass Liverpool derzeit so richtigen Hannover 96- (oder VFL Wolfsburg-) Fußball spielt.
Wahre Erlösung kommt am Mittwoch, 1930h. Dann findet das Halbfinale des Berliner Pilsner Pokals zwischen dem VFB Hermsdorf und Union statt. Lange war nicht geklärt, wo der VFB sein Heimrecht genießen wollte. Ursprünglich an der AF. Als Union jedoch die kompletten Einnahmen der verkauften Bratwürste behalten wollte, zog Hermsdorf den Platz am Wackerweg in Wedding vor. Nach der Begehung durch Polizei und Vereinsvertretern ergaben sich jedoch zu große Sicherheits-Bedenken, so dass die Partie nun doch im schönsten Stadtteil Berlins, in Köpenick, ausgetragen wird.
Das Beispiel mit den Bratwürsten und auch die Ebay-Versteigerungen der Babelsberg-Trikots (statt Silicon Sensor-Aufdruck wurde für proAF geworben), zeigen, wie dringend Union derzeit jeden Euro benötigt.
Das zweite Halbfinale bestreitet der aktuell Zweitplatzierte der Verbandsliga, die Reinickendorfer Füchse und der fünfte der Oberliga Nordost, Tennis Borussia Berlin. Ich hoffe, dass sich TeBe durchsetzt und wir ein schönes Derby im Finale zelebrieren können.
Unter der Woche begrüßte die Mannschaft des FCU den 4-fachen Hawaii-Ironman
Johann Stromann, der neue Trainingsmethoden in den Bereichen Physiologie, Psychologie und Ernährung vorstellte. Christian Beeck dazu: „Wir wollen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um weiterhin erfolgreich im Profifußball zu spielen. Dazu prüfen wir nun, welche Möglichkeiten der moderne Fußball bietet. Vor allem die körperliche Fitness ist unserer Meinung nach ein Punkt, bei dem unser Team noch Potential besitzt.“
Dass dies durchaus richtig ist, bestätigt die Endphase des Erfurt-Spiels, als Union zwar unablässig anrannte, der letzte Kick jedoch fehlte.
Komisch. An dieser Stelle wollte ich eigentlich über Fortschritte bezüglich der Problematik Alte Försterei schreiben, aber es lässt sich schlecht über Dinge schreiben, die es nicht gibt. Denn außer einem Bittbrief der Union-Sponsoren an den Regierenden Bürgermeister Berlins und einer Aufforderung des Bezirks Lichtenberg-Hohenschönhausen an den Senat, die AF zur „Chefsache“ zu machen, gibt es diese Woche keine weiteren Bewegungen zu vermelden.
Hoffen wir, dass dies nur offiziell so ist und hinter den Kulissen emsig an einer Lösung gebastelt wird. Ich bin mir sicher, dass Dirk Zingler alles Menschenmögliche unternimmt, um die Spielstätte zu erhalten.
Eine weitere nette proAF-Unterstützung konnten die Kollegen von unveu.de während des Bundesligaspiels Hertha BSC – Schalke 04 bestaunen: Die Harlekins zeigten das Spruchband „Berliner Fußballkultur erhalten. Pro Alte Försterei!" Chapó!
Eine positive Nachricht gibt es an einer anderen Baustelle zu vermelden: Der sich in den letzten Spielen erheblich gesteigerte Sebastian Bönig wird in den kommenden Tagen seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängern. Lediglich die Unterschrift fehlt noch.
Zum Abschluss noch eine Meldung, die Glück im Unglück symbolisiert. Ging man nach den schrecklichen TV-Bildern von einem Kreuzbandriss aus, hat sich nun herausgestellt, dass Dustin Heun „lediglich“ einen Innenbandriss im linken Knie erlitten hat und in ca. 6 Wochen wieder fit sein dürfte. In der Endphase der Saison wird er also wieder mit von der Partie sein, vielleicht ja schon im Spiel gegen Dynamo Dresden am 08.05.
Dem Berliner Kurier schilderte Heun:
„Ich bin zum Kopfball hochgestiegen. Habe einen Ellenbogen an die Schläfe bekommen und war schon in der Luft bewusstlos. Ich bin ohne Kontrolle auf den Rasen gekracht, da hat sich das Knie verdreht. Erst auf der Trage bin ich aufgewacht und habe gesagt: Ich will weiter spielen. Ich bekam nur die Antwort: Das geht nicht mehr. Nur das Innenband ist durch. Kreuzband und Meniskus sind okay. Ich bin erleichtert, bei einem Kreuzbandriss wären es sechs Monate geworden. Aber ich mache sofort Reha-Training. Ich will noch ein paar Spiele in dieser Saison machen."
So hört sich jemand an, der darauf brennt, Tore für den FCU zu schießen!





