28. März 2008

News der Woche

Der Fußballbetrieb läuft auch an diesem Wochenende, aber leider ohne Union. Der FCU hat Spielfrei. Und das fühlt sich ungefähr so an, wie das Gefühl beim Herausnehmen einer schwarz gewordenen, weil zu lange im Ofen gelassenen Pizza: „Verdammte Scheiße! Was soll ich denn jetzt essen?!“ Man hat sich so auf die Pizza gefreut, hatte schon den Geschmack im Gaumen und alles was man bekommt, ist Leere.
Aber das Problem kommt erst noch. Der Späti unten hat schon zu, im Kühlschrank gibt’s nur Schmalz aber kein Brot und habt ihr schon mal Schmalz pur in solchen Mengen gegessen, dass ihr davon satt werdet? Nein? Ich auch nicht und ich hab’s auch nicht vor, also geht’s mit Hunger ins Bett…
Ähnlich sieht das auch Guido Spork, der Gattuso Unions: „Wir sind in diesem Jahr noch ungeschlagen und wären lieber im Rhythmus geblieben.“ Dass Präsident Dirk Zingler immer noch mit richtiger Fan-Seele dabei ist, belegen seine in der BZ gedruckten Worte zum Spielfreien Wochenende: „Mir fehlt was, wenn Union nicht spielt.“
Und hört mir bloß auf mit dieser langweiligen 1. Bundesliga als Ersatzbeschäftigung. Die verdammten Bayern spielen in ihrer hässlichen Betonbude neben dem Müllberg einen unglaublich schlechten Ball und der Rest der Liga ist noch schlechter und schafft’s jedes Mal auf’s neue, den Bayern tabellarisch gesehen wieder nicht näher zu kommen.
Möglicher Ersatz könnte am Sonntag das Derby Liverpool-Everton sein, aber irgendwie reizt mich das auch nicht. Wahrscheinlich liegt das daran, dass Liverpool derzeit so richtigen Hannover 96- (oder VFL Wolfsburg-) Fußball spielt.

Wahre Erlösung kommt am Mittwoch, 1930h. Dann findet das Halbfinale des Berliner Pilsner Pokals zwischen dem VFB Hermsdorf und Union statt. Lange war nicht geklärt, wo der VFB sein Heimrecht genießen wollte. Ursprünglich an der AF. Als Union jedoch die kompletten Einnahmen der verkauften Bratwürste behalten wollte, zog Hermsdorf den Platz am Wackerweg in Wedding vor. Nach der Begehung durch Polizei und Vereinsvertretern ergaben sich jedoch zu große Sicherheits-Bedenken, so dass die Partie nun doch im schönsten Stadtteil Berlins, in Köpenick, ausgetragen wird.
Das Beispiel mit den Bratwürsten und auch die
Ebay-Versteigerungen der Babelsberg-Trikots (statt Silicon Sensor-Aufdruck wurde für proAF geworben), zeigen, wie dringend Union derzeit jeden Euro benötigt.
Das zweite Halbfinale bestreitet der aktuell Zweitplatzierte der Verbandsliga, die Reinickendorfer Füchse und der fünfte der Oberliga Nordost, Tennis Borussia Berlin. Ich hoffe, dass sich TeBe durchsetzt und wir ein schönes Derby im Finale zelebrieren können.

Unter der Woche begrüßte die Mannschaft des FCU den 4-fachen Hawaii-Ironman Johann Stromann, der neue Trainingsmethoden in den Bereichen Physiologie, Psychologie und Ernährung vorstellte. Christian Beeck dazu: „Wir wollen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um weiterhin erfolgreich im Profifußball zu spielen. Dazu prüfen wir nun, welche Möglichkeiten der moderne Fußball bietet. Vor allem die körperliche Fitness ist unserer Meinung nach ein Punkt, bei dem unser Team noch Potential besitzt.“
Dass dies durchaus richtig ist, bestätigt die Endphase des Erfurt-Spiels, als Union zwar unablässig anrannte, der letzte Kick jedoch fehlte.

Komisch. An dieser Stelle wollte ich eigentlich über Fortschritte bezüglich der Problematik Alte Försterei schreiben, aber es lässt sich schlecht über Dinge schreiben, die es nicht gibt. Denn außer einem Bittbrief der Union-Sponsoren an den Regierenden Bürgermeister Berlins und einer Aufforderung des Bezirks Lichtenberg-Hohenschönhausen an den Senat, die AF zur „Chefsache“ zu machen, gibt es diese Woche keine weiteren Bewegungen zu vermelden.
Hoffen wir, dass dies nur offiziell so ist und hinter den Kulissen emsig an einer Lösung gebastelt wird. Ich bin mir sicher, dass Dirk Zingler alles Menschenmögliche unternimmt, um die Spielstätte zu erhalten.
Eine weitere nette proAF-Unterstützung konnten die Kollegen von unveu.de während des Bundesligaspiels Hertha BSC – Schalke 04 bestaunen: Die Harlekins zeigten das Spruchband „Berliner Fußballkultur erhalten. Pro Alte Försterei!" Chapó!
Eine positive Nachricht gibt es an einer anderen Baustelle zu vermelden: Der sich in den letzten Spielen erheblich gesteigerte Sebastian Bönig wird in den kommenden Tagen seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängern. Lediglich die Unterschrift fehlt noch.

Zum Abschluss noch eine Meldung, die Glück im Unglück symbolisiert. Ging man nach den schrecklichen TV-Bildern von einem Kreuzbandriss aus, hat sich nun herausgestellt, dass Dustin Heun „lediglich“ einen Innenbandriss im linken Knie erlitten hat und in ca. 6 Wochen wieder fit sein dürfte. In der Endphase der Saison wird er also wieder mit von der Partie sein, vielleicht ja schon im Spiel gegen Dynamo Dresden am 08.05.
Dem Berliner Kurier schilderte Heun:
„Ich bin zum Kopfball hochgestiegen. Habe einen Ellenbogen an die Schläfe bekommen und war schon in der Luft bewusstlos. Ich bin ohne Kontrolle auf den Rasen gekracht, da hat sich das Knie verdreht. Erst auf der Trage bin ich aufgewacht und habe gesagt: Ich will weiter spielen. Ich bekam nur die Antwort: Das geht nicht mehr. Nur das Innenband ist durch. Kreuzband und Meniskus sind okay. Ich bin erleichtert, bei einem Kreuzbandriss wären es sechs Monate geworden. Aber ich mache sofort Reha-Training. Ich will noch ein paar Spiele in dieser Saison machen."
So hört sich jemand an, der darauf brennt, Tore für den FCU zu schießen!

23. März 2008

FCU 1:1 Erfurt

8200 Fans, darunter einige gestörte Erfurter, sahen ein "leistungsgerechtes" (DSF Phrasenschwein) 1:1 zwischen dem FCU und Rot-Weiß Erfurt. Es gibt langweilige Unentschieden, es gibt aber auch unglaublich aufregende. Letzteres war heute der Fall. Hochspannung auf dem Platz und auf den Rängen.
Löring ersetzte den schmerzlich vermissten Mattuschka. Schmerzlich deshalb, weil sich im Spielverlauf einige zum Einnetzen fast perfekte Freistoßmöglichkeiten auftaten und diese zwar ganz gut, aber leider nicht erfolgreich genutzt wurden.
Ansonsten spielten wir wieder mit 3 nominellen Spitzen, was unserem Angriffsspiel in den ersten 30 Minuten sehr gut tat. Union trat merklich mit breiter Brust auf und beherrschte anfänglich das Spiel.
In der 31. Minute fiel das verdiente 1:0 durch einen von Gebhardt verwandelten Strafstoß. Dem vorausgegangen war ein strittiges Handspiel, das man pfeifen kann, aber nicht muss. Wäre bei einer vergleichbaren Szene in unserem Strafraum gegen uns gepfiffen worden, wäre aber natürlich die Hölle los gewesen.
Aber bestimmt nicht so dämlich, sinnlos und geplant (!) wie im Erfurter Block. Dort wurden nicht nur eher harmlose Bengalos gezündet, sondern auch Feuerwerksköper auf's Spielfeld und in Richtung der Unparteiischen geworden, so dass Schiedsrichter Trautmann das Spiel für 10 Minuten unterbrechen musste und in deren Zeitraum die Polizei im Erfuter Block für Ordnung sorgte.
Vielleicht sogar sorgen musste, da die weitere Spielausführung definitiv auf der Kippe stand und sich die Erfurter Idioten nicht beruhigten und munter weiter böllerten.
Im Vorfeld schienen die Erfurter liebe und nette Bratwürste zu sein. Das bemerkenswerte, im Erfurter Block gehisste Transparent, "Man hat gelesen und gehört, hier wird Fußballkult zerstört", erscheint jedoch in einem ganz anderen Licht, betrachtet man die Feuerwerkskörper, die nicht nur fast den eigenen Erfurter Keeper getroffen hätten, sondern definitiv der Alten Försterei und Union geschadet haben und somit "Fußballkult zerstört" haben!
Mal davon abgesehen, dass der ganze Erfurter Scheiß den guten Spielfluss Union's zerstörte und das 1:1 wie aus dem nichts vom wohl besten Mann auf dem Platz, Rockenbach da Silva, erzielt wurde.
Auch Anfang der 2. Hälfte hatten sich die Unioner noch nicht wieder gefangen, so dass Erfurt zu einigen guten Chancen kam. Die Endphase gehörte dann jedoch wieder ganz dem FCU. Patsche an die Latte und einige Ecken sorgten für Dramatik, aber das Ding wollte einfach nicht rein und somit trennte man sich dann gerecht 1:1 - es wäre mehr möglich gewesen, aber auch weniger.
Dass wir nicht gewonnen haben, schmerzt jedoch nicht so doll wie der Ausfall Heun's, der sich in der 54. Minute wohl schwer am Knie verletzt hat und sofort ins Unfallkrankenhaus Marzahn gefahren wurde. Er war der beste Mann der letzten Wochen und hätte uns bestimmt weiterhin mit seiner kämpferischen und aufopferungsvollen Art und den daraus resultierenden Toren viel Freude bereitet! Gute Besserung an dieser Stelle!
Nun befinden wir uns auf dem 5. Platz mit nur einem Punkt Rückstand auf den Spitzenreiter Oberhausen. Es ist also weiterhin alles möglich und die nächsten drei Spiele gegen Essen, Wuppertal und Bremen II werden zeigen, ob wir weiterhin von der 2. Liga träumen dürfen oder, ob das realistische Saison-Ziel, die dritte Liga, genügen muss!
Erst mal gilt jedoch, das spielfreie Wochenende zu überstehen...

22. März 2008

Vorschau FCU - Rot-Weiß Erfurt

Was für ein Schweine-Wetter da draußen! Über Nacht ist Schnee gefallen und derzeit regnet’s. Die Platzverhältnisse werden also alles andere als optimal sein. Und die Zuschauerzahl ebenfalls nicht, hält dieses Wetter doch einige Leute vom Stadionbesuch ab (tune in – 18h ARD – FCU vs. Erfurt).
Uns aber nicht, deswegen haben wir gerade mit Schrecken vernommen, dass einer der besten Unioner der laufenden Spielzeit durch einen Virus ausgeknockt wurde und heute nicht spielen kann! Thorsten Mattuschka wird sich aber bestimmt gut von seiner Freundin verpflegen lassen, bei der Eiersuche an Ostern… Wer schießt denn jetzt die Freistöße? Herrje! Ersetzt wird er voraussichtlich durch Marco Löring. Erwischt hat es auch Shergo Biran. Aha.

Mit von der Partie ist hingegen wieder der Kapitän Daniel Schulz. Ob er wieder ins Abwehrzentrum rücken wird, möchte ich an dieser Stelle zur Diskussion ausschreiben, hat mir doch Daniel Ghölert in Babelsberg wesentlich besser auf dieser Position gefallen. Mehr Ruhe, weniger Fehlpässe beim Spielaufbau und ein lauteres Dirigieren der Neben- und Vorderleute als Schulz. Versteht mich nicht falsch, Schulz ist definitiv eine Wand! Aber im Vergleich zur letzten Saison bröckelt diese ein wenig und auf der linken Verteidigerposition wäre er meiner Meinung nach derzeit (!) besser für die Mannschaft.

Falls ihr noch proAF-Shirts braucht: Das WS hat 1000 Stück nachdrucken lassen, die man heute am WS- & Virus-Stand für 4 € kaufen kann.
Ganz kurz zum Gegner, dem wir aber mehr Aufmerksamkeit nicht schenken möchten, weil wir dit nich nötich ham: Die Stammspieler Alexander Schnetzler, Martin Pohl, Denis Wolf und Andre Maczkowiak fallen aus. Dafür sind wieder Matthias Holst und Albert Bunjaku dabei.

Live von der Regionalliga Nord berichtet heute wieder fangeist.de.

21. März 2008

News der Woche

Berlin ist nicht gerade für guten Hip Hop bekannt, und die von Nike getätigte Verbindung von Hip Hop mit Union ist ebenfalls nicht soo treffend, läuft doch im Stadion eher alt bewährtes und neues der britischen Gitarrenszene (gut so!). Trotzdem veranstaltet Nike auf dem heiligen Gelände rund um die Alte Försterei den "Nike Urban Skills Club", der Hip Hop mit Straßenfußball verbinden soll.
Nike ist euch vielleicht noch bekannt von einem exorbitant hohen Ausrüsterangebot für den DFB, welches nur abgegeben wurde, um der deutschen Firma Adidas eins auszuwischen, nachdem Adidas das langjährige Steckenpferd Nike's, die NBA, als Ausrüster übernommen hat.
Whatever. Als langjähriger Seitenbolzer erwäge ich selbst eine Teilnahme an diesem Streetsoccer Turnier (scheiß auf soccer, es heißt football, grüße von David B.), das Problem ist nur: finde erst mal vier Kumpels, die ein ähnlich hohes Niveau haben, wie man selbst ;) Vielleicht hat ja der Dendemann Zeit. Anmeldungen könnt ihr bis zum 20.04. hier abgeben.

Der beim FCU groß, bzw. riesig gewordene Robert Huth wurde vom Jogibär ins Aufgebot der Deutschen Nationalmannschaft für das Spiel gegen die Ricolabonbons berufen. Noch vor ein paar Wochen spielte er laut Löw "in den Planungen keine Rolle." So schnell kann’s gehen: einmal Man of the match im spiel seinen Vereins Middlesbrough bei Arsenal (1:1) und schon fliegt der deutsche Adler mit Köpenicker Energie. Verwunderlich ist für diejenigen, die das Spiel gegen Arsenal gesehen haben, dass ein mehrmaliges Ball-Herausprügeln vom eigenen zum gegnerischen Strafraum ausreicht, um nominiert zu werden. Anyway. Was ich eigentlich sagen will, ist folgendes:
Um auch weiterhin eine solch erfolgreiche Jugendarbeit zu haben, hat der FCU bekannt gegeben, dass Theo Gries neuer Leiter des Nachwuchsleistungszentrums sowie Trainer der II. Herrenmannschaft wird.
Gries war u.a. bei Alemannia Aachen Co-Trainer sowie Cheftrainer bei TeBe. Noch heute schwärmen die TeBe-Spieler von Gries' Kochkünsten, insbesondere vom Griesbrei. Die meiste seiner aktiven Zeit verbrachte er bei Hertha, außerdem spielte er bei H96 und beim 1. FCK. Reichlich Erfahrung hat der Mann demnach, auch, wenn er sie bei den falschen Vereinen gesammelt hat.
Gries über seine neue Aufgabe: "Die Arbeit in einem solch traditionsreichen Fußballclub wie dem 1. FC Union Berlin ist für mich eine besondere Herausforderung. Ich werde meine ganze Kraft und Erfahrung einbringen, um die jungen Spieler bestmöglich auf eine Karriere als Profifußballer vorzubereiten."
An dieser Stelle ein herzliches Danke Schön an Leo Seier, der in der Vergangenheit die Geschicke des Nachwuchs und der Zweeten verdienstvoll geleitet hat.

In der wichtigsten Frage, der nach der Zukunft der AF, gibt es immer noch keine richtungsweisenden, endgültigen Beschlüsse. Hier kurz der Stand:
Die Grünen, die FDP sowie der Bezirk Treptow-Köpenick fordern den Senat verstärkt zum Handeln auf. Die Kommunikation zwischen Union und Senat erscheint immer noch als sehr schwierig, da Stadtrat Svend Simdorn krank geworden ist. Diesbezüglich sagte Dirk Zingler Anfang der Woche gegenüber dem Berliner Kurier: "Mit wem soll ich denn jetzt verhandeln? Nach wie vor sind wir bei der Grundvoraussetzung keinen Schritt vorangekommen." Der Bezirk ist ganz klar auf Seiten des FCU, will die Modernisierung der AF vorantreiben und drängt den Senat, Gelder locker zu machen. Oliver Scholz (CDU) im Berliner Kurier: "Das Land hat doch für knapp 3,5 Million Euro ein Grundstück an den Golfklub Wannsee verkauft."
Mitte der Woche dann ein kleiner Lichtblick. Der Senat hat sich in Forme von Gregor Gisy an einen Tisch mit Union gesetzt. Dirk Zingler dazu: "Es war ein wertvolles Treffen. Weil Herr Gisy Mitglied einer Regierungspartei ist. Mehr möchte ich über den Inhalt des Gesprächs nicht sagen."

Zuletzt noch Gerüchte der BZ über den Bauplan und die Finanzierung der AF:
1. Erfüllung der DFB-Auflagen (Stehplätze, Rasenheizung)
2. Bau der Sitzplatztribüne mit anschließendem Funktionshaus
3. Finanzierung durch
- Union-Sponsoren (inkl. Mitglieder & Fan-Spenden) in Höhe von 7 Mio. Euro
- Röfa Beton, Autohandel Koch, Hinze-Stahl in Höhe v. 2 Mio. €
- Silicon Sensor 2 Mio. €, Brauco GmbH 1 Mio. €
- Deutsche Bank & Berliner Volksbank 4 Mio. €
- der Rest soll von Kölmel und Gazprom kommen

18. März 2008

Babelsberg 0:3 FCU

Richtige Derbystimmung wollte unter der Woche nicht aufkommen. Zum einen hing dies damit zusammen, dass sich der SVB im freien Fall gen vierte Liga befindet, die drei Auswärtspunkte demnach ein Muss waren, aber vor allem spielte die Stadionproblematik eine zu große Rolle, als dass noch genügend Gedanken für den netten Verein aus der Filmstadt übrig waren. Alles über die Alte Försterei und „Geiz ist geil – dein Berliner Senat“ könnt ihr hier nachlesen.

Natürlich wuchs die Anspannung und Aufregung auf dem Weg nach Babelsberg, jedoch stellte sich die gleiche nüchterne und abgezockte Haltung wieder mit dem Halbzeitpfiff ein. Denn in der 44. Minute erzielte der beste Spieler auf dem Platz, Dustin Heun, das 2:0 für den FCU. Einhellige Meinung in der Union-Kurve: Das Ding war gegessen. Unglaublich schlechte 03er machten nie den Eindruck, das Tornetz hinter Union-Keeper Glinker aus dem Winterschlaf erwecken zu können. Jedoch kaschierte die schlechte Leistung der Blau-Weißen die ebenfalls alles andere als zweitligareife Leistung der Rot-Weißen.

Die zweite Halbzeit war ungefähr so langweilig, wie ein kontrollierter 1:0-Sieg einer von Huub Stevens trainierten Mannschaft. Außer einem weiteren Torwartfehler von Roggentin, wodurch Heun sein zweites Tor zum 3:0 Endstand erzielen konnte (das 1:0 durch Stuff fiel ebenfalls durch Roggentin begünstigt), passierte auf dem Rasen nichts wesentliches, so dass man sich getrost dem Treiben auf den Rängen widmen konnte.

Vor dem Stadion verkaufte das Wuhlesyndikat, die Ultras des FCU, 2000 Shirts, die auf die Alte Försterei-Problematik hinwiesen. Schnell waren alle Shirts vergriffen, dementsprechend beeindruckend war es, als 3000 Unioner fünf Minuten nach Spielbeginn den Gästeblock einnahmen. Im Vorfeld einigte man sich darauf, den im Gästeblock aufgehängten ProAF-Transparenten genügend Aufmerksamkeit zu widmen, indem man den Block frei ließ.

Kurz nach Einzug der Unioner war klar, dass die Babelsberger Fans stimmentechnisch keine Heimspielatmosphäre würden erzeugen können. Stattdessen fielen sie mit einer BFC-Flagge und mehreren Antifa-Fahnen auf. Nicht geklärt werden konnte, ob 03er hinter der BFC-Flagge standen oder BFCer. Wie dem auch sei, dass Antifa-Fahnen-Träger BFC-Flaggen in ihrem Block dulden, steht für sich. Provokationen gehören dazu, aber dies ist einfach nur unsinnig.

Gen Ende der ersten Halbzeit merkte man, dass die 03er sich mehr mit dem Dissen der Unionfans auseinandersetzten, als mit dem Spiel. Die Antwort der Unioner äußerte sich mit Wiederanpfiff durch „Fußball, Fußball“-Sprechchöre. Ganz deutlich wurde hier, dass die Babelsberger krampfhaft versuchen, ihren Verein in eine linke Ecke zu drängen, dabei jedoch den Fußball vergessen. Konträr zu Union gibt nicht der Babelsberger Verein oder dessen Geschichte den Fans eine Identität, sondern die Fans versuchen dem Verein ihre Marke aufzudrücken. Natürlich sei so ein Selbstfindungsprozess gestattet, jedenfalls dem, der es mag, 1000 Vermummte im Block zu haben.

Dass die Unioner mehr Ironie an den Tag legen können, zeigt, dass sie dem Spruch „alle Bauern sind Schweine“ Taten folgen ließen, indem sie ein überaus hässliches Schwein ins Stadion schleusten und auf den Rasen entließen.

(Bilder von www.unveu.de)