29. April 2008

Die Alte Försterei pfeift aus allen Löchern

Wirklich aus allen Löchern? Einige Leute vom DFB behaupten dies jedenfalls, wenn man sie auf die Baufälligkeit des Stadions anspricht. Fest steht, unsere antike Arena könnte einige Verbesserungen, wie zum Beispiel ein Dach, eine stattliche Haupttribüne und ordentliche Spieler-Kabinen, vertragen. All dies könnte schon bald Wirklichkeit werden, denn mit dem Beschluss der Verantwortlichen von Stadt und Verein, die Spielfähigkeit für die 3. und auch für die 2. Liga zu garantieren, öffnet sich bei Abschluss eines Erbpachtvertrages, der kurz bevor steht, Tür und Tor der Alten Försterei für Investoren, die Gelder für die oben beschriebenen Erneuerungen bereitstellen wollen.

Der Verein hat die Weichen also in eine sehr gute Richtung steuern können. Die Stadionfrage geht weit über sportliche Fragen hinaus. Dürfte Union nicht mehr in der AF auflaufen, ist es völlig belanglos, ob nach dem 36. Spieltag die 2. oder die 3. Liga erreicht worden ist. Insofern wurde das übergeordnete Problem erfolgreich gelöst. Der Verein wirkt seriös, zielstrebig und lässt die Zukunft rosig aussehen.

Herrschte also eine ganze Weile Unruhe und Ungewissheit im Unioner, wenn er die Alte Försterei zu Heimspielen betrat, kehrte nun Befriedigung, Sicherheit, Stolz und eine Erwartungshaltung ein, da die Stadionfrage gelöst werden konnte. Man dachte: es geht voran, denn schon bald wird die AF bautechnisch gesehen nicht mehr aus allen Löchern pfeifen. Da nahm man dann auch wohlwollend das ein oder andere Remis hin. Zumal sich die Tabelle nicht unwesentlich änderte, weil auch die Aufstiegs-Konkurrenten regelmäßig patzten.

Aber, auch, wenn man schon etwas betagter ist, und einen Hör-Schaden hat, konnte man es am Samstag gegen Cottbus II ganz deutlich vernehmen, das Pfeifen in der Alten Försterei. Diese Pfiffe kamen jedoch nicht aus den maroden Traversen selbst, sondern von denjenigen, die sie bevölkerten, den Union-Fans. Könnten aber die Pfiffe des Stadions und die Pfiffe der Fans zusammenhängen?

Eines ist klar, ein ungeschriebenes Gesetz in der Union-Welt lautet: wenn Fans anderer Vereine pfeifen, brüllt der Unioner umso lauter „Eisern Union!“. Pfiffe galten in der Alten Försterei stets nur dem Gegner. Diese Grundregel hielt bis zum 26.04.2008, als die Pfife der Fans eindeutig den eigenen Spielern galten. Wie konnte es dazu kommen?

Die Rückrunde lief blendend, Union war lange ungeschlagen. Natürlich weiß man als Fan, dass diese Serie reißen wird, aber vor jedem Spiel sagt man sich: nicht heute und nicht hier. Lange hielt sie dann tatsächlich auch an, Union holte auswärts die nötigen Punkte, was die Erwartungshaltung vor jedem Heimspiel weiter anstiegen ließ. Dann häuften sich jedoch die Unentschieden vor eigener Kulisse, die Erwartungshaltung wurde jedes Mal wieder enttäuscht und hinzu kam eine Auswärts-Niederlage in Bremen, bei der die Mannschaft eine unterirdische Leistung zeigte. Das Fass zum Überlaufen brachte dann die Niederlage gegen Cottbus II.

In der Geschichte Unions kam es nicht allzu oft vor, dass die Mannschaft so gute Rahmen-Bedingungen hatte, dass sie sich voll auf das Sportliche konzentrieren konnte. Lizenzentzüge und andere Dinge ließen das Sportliche in den Hintergrund rücken. Diese Saison ist es jedoch anders herum: Der Verein hat die Stadionfrage vorerst gelöst und auch eine solide Mannschaft in das Rennen um die 3. Liga geschickt. Außerhalb des Platzes gibt es also keine Baustellen, die die Mannschaft aus dem Konzept bringen könnte. Und was für die Spieler gilt, gilt für den Fan umsomehr. Er beschäftigt sich extrem mit fast allen Belangen des Vereins und nicht nur mit dem Sportlichen. Hat man sich also manchmal auf den Rägen gedacht, „die Mannschaft kann ja nichts dafür, sie geben ihr Bestes, die Vereinsoberen haben es mal wieder verbockt“, könnte nun der Gedanke aufkommen, „jetzt stehen wir schon mal wirtschaftlich solide da und dürfen auch in der nächsten Saison in der AF spielen und dann bekommt es die Mannschaft nicht hin, zu gewinnen, um weiterhin um den Aufstieg zu spielen!“ Und dieser Gedanke baute sich mit jedem Unentschieden weiter auf und äußerte sich dann beim Spiel gegen Cottbus II in Forme der Pfiffe.

Die lange Serie der nicht verlorenen Spiele und die erfreulichen Meldungen außerhalb des Platzes ließen eine Erwartungshaltung entstehen, die die Blicke auf das eigentliche Niveau der Mannschaft verklären ließen. Denn es ist schon fast eine Tatsache, dass in der Regionalliga Nord 10 Mannschaften auf Augenhöhe sind und das kleine bisschen Glück über Sieg oder Niederlage entscheidet. Es ist nur manchmal nicht zu glauben, dass die Mannschaft es wieder nicht geschafft hat, in der Tabelle vorzurücken, obwohl sie es selbst in der Hand hatte, weil die Konkurrenz verlor. Wenn jedoch der derzeit beste Abwehrspieler, Göhlert, und der derzeit beste Stürmer, Heun, ausfallen, wirkt dies in dieser unglaublich engen Liga eben besonders schwer. Der Aufstieg ist immer noch möglich, jedoch muss dafür auf dem Platz wirklich alles stimmen. Dafür brauchen wir die Stammbesetzung und das nötige Quentchen Glück. Dies ist aber nicht die Normalität, denn diese bedeutet im Fußball eben Verletzungen und Pfostenschüsse. Es wäre bei der Leistungsdichte der Liga für Union normal, im oberen Tabelldrittel zu landen, aber eben nicht ganz oben. Der Verein, der Verletzungen am besten kompensieren kann und das Glück auf seiner Seite weiß, wird aufsteigen. Die Pfiffe gegen Cottbus hinterfragten nicht das gesehene Spiel, sie werteten Aktuelles, ohne die Gründe zu berücksichtigen.

27. April 2008

FCU 0 - 1 Cottbus II

Es ist ja bekannt, dass eine Mannschaft durch eine Flut von Erwartungshaltungen und Medienfaziten den Hang hinunter fällt und vor lautere Pech einfach die Stufe nach oben nicht mehr findet. Dies geschieht mehrmals in einer Saison bei nahezu jeder Mannschaft, bei der Einen ist dies von langer bei der Anderen von kurzer Dauer. Und bei Union kommt hinzu, dass dies wirklich zum üngünstigsten Zeitpunkt passiert.

Gestern war Tröten-Tag in der Alten Försterei und auch das Wetter war schön, es waren viele Leute da. Nebenbei die Cottbusser schnell besiegen und die Tabelle ist dein Freund. Doch am Ende festigten die Lausitzer Ihren Ruf als aktueller Liga-Schreck. Ähnlich wie Lübeck kämpften sie als längst Abgstiegener mit erhobenen Köpfen gegen jeden Einwand der Berliner. Schossen das entscheidene Tor durch Hensel in der 34 Minute und sorgten dafür, dass Union die angesprochenen Stufen zum Tor nicht fand. Wichtigen Torchancen fehlte die Würze, das Spiel war für Union von Anfang an mit Pech infiziert. Das Zusammenspiel schien fremdartig. Christian Stuff musste die Rolle des verletzten Daniel Schulz übernehmen, welche ihn zumindest gestern erheblich überforderte, immer wieder heikle Situationen vor dem eigenen Tor und auch später auf der anderen Seite stand er unglücklich in der Schusslinie als der Ball auf dem Weg zum Ausgleich an ihm abprallte. Etappenweise schlichen sich gute Vorkommnisse ins Spiel ein, Sergo Biran hatte nach seiner Einwechslung einige davon. Aber die Spieler waren im Kopf spürbar von der Situation verwirrt, der Unmut der Zuschauer machte dieses nicht leichter. Patschinski schoss den Ball in seiner besten Szene bezeichnend zehn Meter frei stehend vor dem Gehäuse in die Sterne.

Der Aufstiegsstrudel an der Tabellenspitze zeigt nun hoffentlich vorzeitige Ernüchterung, denn alle Mitstreiter hatten nahezu alles richtig gemacht und gewannen. Es geht nun ums Verscherzen. Wenn in Hamburg nicht drei Punkte gemacht werden, wäre dies sehr schmerzhaft. Und auch die Dynamos müssen einfach kurz gehalten werden. Vielleicht kehrt da das Aberglaube-Gespenst zurück und wir spielen wieder im zweiten Durchgang auf das dann fahnengetränkte Zuckertor.

(Bild: www.unveu.de)

26. April 2008

Vorschau Cottbus & Dresden-Karten

Morgen also gegen die Mannschaft der „Stunde“. Was eigentlich gut ist, denn, wäre Cottbus die Mannschaft der Stunde, hätten wir ja immer noch die verbleibenden 30 Minuten, um einen eventuellen Rückstand aufzuholen. Dass wir in einen solchen Rückstand geraten können, ist nicht abwägig, schließlich ist Cottbus die zweitbeste Rückrundenmannschaft und bei uns fehlen zwei Stammkräfte in der Abteilung Defensive, Göhlert und Stuff. Bedenkt man, dass wir im Schnitt pro Spiel 1,2 Gegentore bekommen haben, gehe ich davon aus, dass wir auch morgen gegen Cottbus ein Tor kassieren werden. Die Frage ist somit nur, wer in unseren Reihen derzeit in der Lage ist, zwei Tore zu schießen, um trotz des Gegentores drei Punkte einfahren zu können. Wird Patschinski seine Durststrecke beenden können oder hebt er sich weiterhin seine Tore für Dresden, Magdeburg und Oberhausen auf? Wird Benyamina für den durchsetzungsschwachen Biran auflaufen? Kommt Mattuschka in aussichtsreiche Standardsituationen und wird Gebhardt weiterhin gefährliche Akzente setzen können? Wird der lange Stuff einen Headbanger gen Tor setzen können? Das und vieles mehr sehen wir morgen. Ich hoffe auf eine Trotzreaktion der Mannschaft angesichts des einer Union-Mannschaft unwürdigen Auftretens in Bremen. Dass diese Liga total verrückt ist, zeigen die beiden Ergebnisse aus dieser Woche: Lübeck 3-1 Düsseldorf, Essen 3-0 Bremen. Da könnte sich ein FCU 0-1 Cottbus nahtlos einreihen. Aber hoffen wir, dass es soweit nicht kommen wird.

Die Gegengerade der AF hält sich wacker in der Mai-Ausgabe der 11Freunde, die als Titel die neue dritte Liga behandelt. Und wenn ich mir das Bild der Stehplätze mit den rot weißen Wellenbrechern so anschaue, bestätigt sich mein Wunsch, dass wir einfach ein Dach über unsere Traversen setzen und ansonsten so wenig wie möglich Beton verbauen, damit die auf diesem Bild so wunderschön rüberkommende Seele der AF weitestgehend erhalten bleibt. Das wäre dann eine Art Retro-Bau, modernes Dach aber alte Stehplätze mit leichtem Graswuchs. Wenn alles betoniert wird, fühle ich mich noch wie auf dem Hauptbahnhof oder, schlimmer, wie auf dem Bahnhof Südkreuz.

Eine Stadionrunde ist 400 Meter lang. Auf jeden dieser Meter könnte man einen Dresden-Fan stellen - man würde die Stadionrunde voll kriegen, denn unglaubliche 400 Dynamo Dresden-Fans haben deutschlandweites Stadionverbot. Um diese Leute vom Spiel gegen uns auszuschließen, verbot die Polizei den kompletten Verkauf von Gästekarten. Die restlichen mehreren Tausend Dresden-Anhänger, sollten ebenfalls keine Möglichkeit bekommen, Karten kaufen zu können. Alle Dresdner wurden unter einen Generalverdacht gestellt. Gefahrenabwehr 2.0: ein des Terrors verdächtiger Mensch soll nach Wunsch Schäubels erschossen werden können, bevor er sich einer terroristischen Handlung strafbar gemacht hat. Übertreiben wir ein bisschen, spinnen den Faden weiter und übertragen dies auf Fußballfans: ein wie ein Hooligan aussehender Mensch, und Hooligans sind in jeder Schicht der Bevölkerung zu finden, kann, bevor er sich mit gleichgesinnten oder der Polizei prügelt, erschossen werden. Ein berechtigter Aufschrei ging durch die Gazetten, Foren und anderen Medien. Die Polizei hat zusammen mit Vereinsvertretern nun jedoch vereinbart, ca. 1500 Karten an Dresden abzugeben. Erwerben kann man pro Person eine Karte, unter den Auflagen, mit dem Sonderzug anreisen zu müssen und seine Personaldaten bei Kauf der Karte offenbaren zu müssen. Zudem müssen sich die oben beschriebenen 400 Person am Tag des Spiels auf dem zuständigen Revier melden. Hoffen wir, dass sie dies nicht um 15 Uhr tun, sondern wirklich erst kurz vor dem Spiel. Ist damit nun eine Lösung gefunden worden, die öffentliche Sicherheit zu wahren? Mit Viehtransport und einer Personalisierung der Karten? Wahrscheinlich ja. Aber das letzte Wort sollte zu dieser Thematik damit nicht gesagt worden sein. Es kann nicht sein, dass Auswärtsfans von Beginn an ihrer Reise wie Gefangene transportiert werden. Es kann aber auch nicht sein, dass man die Augen vor Problemen im eigenen Fanlager verschließt und sich dann darüber beschwert, dass die Polizei für selbts verschuldete Probleme Lösungen zu finden sucht.

20. April 2008

SVW II 1:0 FCU

Ja, die Vorzeichen waren denkbar schlecht. Der FCU hatte vier Stammspieler zu ersetzen, wohingegen die Werder Amateure Verstärkung durch die Profis Harnik und Niemeyer verzeichnen konnten. Und, ja, auch das „Stadion“ und der tiefe Rasen trugen nicht gerade dazu bei, dieses Spiel als ein Spiel der dritthöchsten deutschen Bundesliga zu klassifizieren.

Aber auch unter Berücksichtigung dieser Vorzeichen, ist das Auftreten der kompletten berliner Mannschaft nicht zu erklären! Die Mannschaft wirkte wie vor Ehrfurcht erstarrt und nicht wie eine Mannschaft mit Ambitionen nach oben, nach oben in die 2. Liga! Man fragt sich, vor was die Spieler erstarrten, vor den Bremer Bubis oder doch vor der gewaltigen Kulisse?

Vor dem Spiel wurde Trainer Uwe Neuhaus mit folgenden Worten zitiert: „Wir spielen in Bremen auf Sieg!“ Nach der fahrigen, laschen, planlosen Spielweise, frage ich mich, ob hinter diesen Worten nicht der Bremer Coach Thomas Wolter stand, denn seine Mannschaft spielte Union in der ersten Halbzeit schwindelig, an die Wand, kurz: Werder nahm Union auseinander und hätte zur Halbzeit mindestens 3:0 führen müssen! Einzig und allein die in der Regionalliga Nord anscheinend bei jeder Mannschaft zu findende Abschlussschwäche, erlaubt es an dieser Stelle nicht von einem Debakel zu sprechen.

Trainer Neuhaus im Berliner Kurier:
„Wir hatten nicht den Hauch einer Chance. Die Art und Weise war enttäuschend. Woher das kommt, kann ich noch nicht genau sagen. Es kann ja eigentlich nur mit Überheblichkeit oder mangelnder Einstellung zu tun gehabt haben. Am fehlenden Willen wird es nicht gelegen haben.“

Meiner Meinung nach, ist diese Leistung kein Resultat der Ausfälle von Gebhard, Mattuschka, Heun und Göhlert, und auch kein einmaliger Ausrutscher gegen eine, zugegeben sehr gute Bremer Mannschaft, sondern ein Resultat aus dem Auftreten der Mannschaft in den letzten zwei Spielen gegen Essen und Wuppertal. Schon in der ersten Halbzeit gegen Essen konnte Union nur mit Glück ein 0:0 in die Halbzeit retten. In der zweiten Halbzeit fiel das Tor nach einer Ecke und dadurch können immer mal wieder Tore entstehen, es bedeutet noch lange nicht, dass die besser spielende Mannschaft das Tor erzielt hat. Nach diesem Tor machte Essen auf und wir trafen 2x durch Konter. Es hätte aber auch alles anders ausgehen können, wenn Essen die Chancen in der ersten Halbzeit genutzt hätte. Nun hat dieser 3:0 Auswärtssieg die Blicke der Spieler verklärt, und die Leistung gegen Wuppertal tat ihr übriges, denn auch dort verklärten die vielen Chancen die Blicke der Spieler. Wir traten nicht wie eine Heimmannschaft auf, sondern gaben dem Gegner zu viel Spielraum und hofften auf den lieben Fußballgott. Es handelt sich um eine „wird schon irgendwie gut gehen“-Mentalität, und genau diese Einstellung hat einen Schlendrian in die Mannschaft gebracht, weswegen wir in der ersten Halbzeit an der Weser überrollt wurden, wie die Deiche bei Hochwasser.

Nun zu den Spielerleistungen an sich. Christoph Menz ist ein guter Fußballer. Sofern er im Mittelfeld auflaufen darf. In der Abwehr war er leider ziemlich schwach. Er gab sein bestes und man darf ihm keinen Vorwurf machen, einfach aus dem Grunde, weil er nun mal kein gelernter linker Außenverteidiger ist. Die Frage, die an dieser Stelle aufkommt, ist, warum nicht Ruprecht für Menz spielte. Der Grund dafür kann nur sein, dass Trainer Neuhaus kein Vertrauen in Ruprecht hat. Und dies wiederum spricht gegen die Aussage des Trainers vor dem Spiel, dass „auch der restliche Kader die Qualität hat, um auf Sieg zu spielen.“ Hat er anscheinend nicht...

Auch die rechte Seite war unglaublich anfällig für gezieltes Flügelspieler der Bremer, weil Bemben einen rabenschwarzen Tag erwischte. Er wurde regelmäßig vom 19 jährigen Alparslan Erden überlaufen! Es zeigte sich, dass Bemben nur an sonnigen Tagen seine altersschwache Schnelligkeit durch gute Routine ausgleichen kann. In dieser Hinsicht hat ihm Gebhardt so einiges voraus! Hinzu kommt, dass sein Vordermann, Marco Löring, kein Verhältnis zur Position des rechten Läufers besitzt. Es zeigte sich, dass er nicht weiß, wann man seinen Gegenspieler in dessen Defensive binden muss, wann man nach innen rückt und wann nicht. Ihm fehlt das Gefühl für die Position an sich. Vielleicht liegt dies daran, dass er eigentlich ein zentraler Mittelfeldspieler ist. Hier zeigt sich, dass wir generell eine dünne Spielerdecke haben, wenn Löring sich mit solchen Leistungen anscheinend einen Stammplatz erspielen konnte.

Ein größerer Problemfall ist jedoch sicherlich Younga-Mouhani. Ich habe meine Hoffnung nie aufgegeben, dass irgendwann seine genialen Momente (zb der tödliche Pass in die Spitze) die schlechten überwiegen würden, aber seit gestern ist mir klar, dass der Zug abgefahren ist, er seine beste Zeit hinter sich hat und der Mannschaft nicht entscheidend weiterhelfen kann. Er wird in vier Monaten 34 Jahre alt und man sollte sich vielleicht fragen, ob der Fehler nicht darin bestand, ihn überhaupt zu verpflichten, als ihm jetzt noch Einsatzzeit zu gewähren. Dies ist besonders an diejenigen „Fans“ gerichtet, die ihn unseriös von den Rängen beleidigen – er mag sein bestes geben, dies ist nur leider nicht mehr gut genug für die dritte Liga. Das liegt nicht an ihm, sondern schlicht daran, dass die Zeit vor niemandem anhält.

Schulz verschuldete das Gegentor nicht zum ersten Mal in dieser Saison durch einen unbedrängten Fehlpass. Letzte Saison hat er sich prächtig entwickelt, diese Saison steht er leider auf der Stelle. Dies ist nicht ungewöhnlich, er ist noch jung und wird sich trotz der aktuellen schwachen Phase gut entwickeln. Um ihn ein bisschen aus der Schusslinie zu nehmen, würde es sich anbieten, Daniel Göhlert ins Zentrum der Abwehr zu rücken und Schulz als linken Verteidiger auflaufen zu lassen.

Unverständlich dann die Schlussphase des Spiels. Union liegt 1:0 hinten und man erwartet einen Sturmlauf, aber nichts passiert. Werder kontrollierte das Spiel in unserer Hälfte, wir konnten uns trotz Rückstand nicht in der Hälfte der Bremer festsetzen. Fazit: Dieser unterirdische Auftritt fand seinen Anfang in Essen, wurde dort durch die 2. Halbzeit getrügt, fand seine Fortsetzung gegen Wuppertal und hat nun hoffentlich in Bremen seinen „krönenden“ Abschluss gefunden! Schluss mit diesem Lutschpuppenfußball, Cottbus muss von der 1. bis zur letzten Minute dominiert werden!

18. April 2008

Senat erfüllt DFB-Auflagen

Wie oft haben wir es schon erlebt: Große Worte, laute Worte, wohlklingende Worte – aber keine Taten, die folgten. Aber nun ist alles anders! Aus diesem Anlass eine Textstelle aus dem Song Columbia von Oasis: I can't tell you the way I feel, because the way I feel is oh so new to me!

Der Vertrag ist unterschrieben! Unsere große Stadt Berlin hat für unseren kleinen, vertrauten aber trotzdem zweitgrößten Berliner Fußballklub die Unterschrift unter den Fahrplan zur Verwirklichung der Lizenzauflagen des DFB gesetzt! Worüber nun also seit einigen Wochen verhandelt wurde, ist seit gestern amtlich: Der Bezirk verwirklicht die Auflagen für die 3. Liga (Modernisierung der Stehplatzränge (u.a. gibts ein Dach überm Kopp)) und der Senat baut, falls wir uns sportlich für die 2. Liga qualifizieren, eine Rasenheizung unter den heiligen Rasen der Alten Försterei. Mit den Baumaßnahmen soll unmittelbar nach dem letzten Spieltag (dem Aufstiegsspiel gegen Oberhausen) begonnen werden!

Desweiteren berichtet die BZ, dass die Verhandlungen mit dem Liegenschaftsfonds des Landes Berlin über den Abschluss eines Erbbaupachtvertrages kurz vor dem Abschluss stehen sollen! Wenn auch hier die Verträge unterschrieben werden, steht einer kompletten Modernisierung der AF (u.a. Haupttribüne mit Logen) nichts mehr im Wege (vorausgesetzt, Union hat tatsächlich Geldgeber in der Hinterhand).

Mir war nie wirklich Angst und Bange bezüglich der AF als Spielstätte im Hinblick auf die kommende Saison 08/09. Dass Union die Alte Försterei niemals aufgeben wird, ist eigentlich jedem klar! Außer dem Herrn Körting. Aber eigentlich müssen wir ihm danken, solch unwissende Aussagen (Union ins Olympiastadion oder den Jahnsportpark) getätigt zu haben. Denn somit entbrannte eine fast schon überregionale Diskussion über Tradition vs. Moderne, bei der wir eindeutig die besseren Argumente auf unserer Seite hatten! Große Wellen hat die ganze Sache geschlagen, so dass sich die Stadt nun endlich mit dem Verein hinsetzen musste und gezwungen war, Lösungen zu finden! Und nun, am Ende, scheint vieles nach den Vorstellungen der Vereinsoberen zu verlaufen. Lieber Butter bei die Fische, als unser Stadion eine weitere Spielzeit durchzumogeln – nun geht‘s voran!

Nun zum Teil, den unser Verein zu fast 100 % selbst bestimmen kann, dem Sportlichen. Lasset die Spiele gegen die Amateure beginnen! Morgen geht’s nach Bremen, es folgen die Spiele gegen Cottbus und gegen den HSV. Zweifelsohne scheint die Partie in Bremen die schwierigste der drei Aufgaben zu werden. Nicht nur, dass dem FCU vier Stammspieler (Heun & Göhlert verletzt; Mattuschka & Gebhardt gelb gesperrt) fehlen, nein, es droht zu allem Überfluss auch noch eine nordische Profi-Welle auf den Platz 11 neben dem Weserstadion zu schwappen: Es könnte passieren, dass Trainer Schaaf einigen Profis der ersten Mannschaft Spielzeit in der 2. Mannschaft gönnen will und wir zB. gegen Özil & Co. antreten müssen. Darüber kann man viel spekulieren, morgen werden wir weiter sehen. Vielleicht kommt’s ja auch anders, als wir denken.

Ein gutes (oder schlechtes, je nachdem wie man es auslegt) Omen ist die Spielstätte am Samstag. Wir spielen zwar leider nicht im Weserstadion, worauf ich mich schon sehr gefreut habe, sondern auf dem Platz 11. Das gute an der Geschichte ist nun, dass wir auf dem Platz 11 unser 11. Rückrundenspiel absolvieren und dort auch zum 11. Mal ungeschlagen bleiben können! Gehen wir’s an!

14. April 2008

FCU 1:1 Wuppertal

Vor dem Spiel gegen den Wuppertaler SV gab Trainer Uwe Neuhaus den Fahrplan für den Aufstieg in die 2. Bundesliga vor: 7 Punkte sollten aus den nächsten drei Spielen gegen Wuppertal, Bremen & Cottbus eingefahren werden. Erst bei Erreichen dieses Zieles hatte er anscheinend vor, die derzeit ausgegebene, offizielle Zielsetzung der dritten Liga in zweite Liga zu ändern. Auch ich konnte mich vor dem Wuppertal-Spiel mit dieser Devise anfreunden. Nach dem Spiel allerdings nicht mehr.

Versetzen wir uns einmal in die Psyche eines normalen Union-Profis vor dem Wuppertal-Spiel: „Der Trainer sagt, 7 Punkte aus den nächsten 3 Spielen sind das Ziel. Da würde ja theoretisch auch ein Unentschieden heute gegen den WSV reichen, wenn wir in Bremen gewinnen. Und gegen Cottbus II gewinnen wir ja sowieso.“ Natürlich ist es gewagt, diesen Gedanken zu unterstellen. Aber dadurch könnte sich so einiges erklären, was wir am Samstag erlebt haben:

Eine Union-Mannschaft, die spielerisch dem Gegner überlegen war, jedoch nicht auftrat wie eine Heimmannschaft. Natürlich kann man sich beim lieben Fußballgott beschweren, dass die Wuppertaler 3x auf der Linie klärten, 2x der Pfosten im Weg war und Union nur eine Chance zuließ, die dann jedoch sogleich von Saglik verwandelt wurde. Auch ich habe ein solches Pech in einem Fußballspiel schon lange nicht mehr erlebt. Aber ist das der wirkliche Grund, warum wir nach Babelsberg, Ahlen und Erfurt nun ein viertes Mal in der laufenden Spielzeit 2 Punkte zu Hause verschenkt haben? Meiner Meinung nach, fällt viel schwerer ins Gewicht, dass wir ohne Druck spielten, sprich eben nicht wie eine Heimmannschaft auftraten, die dem Gegner zeigt, dass er in der Alten Försterei auch mit Glück keinen Punkt holen wird, weil wir die Zügel in der Hand haben!

Union war eindeutig die bessere Mannschaft, hat es aber versäumt überhaupt eine Schlinge um des Gegners Hals zu legen. Die Chancen entstanden durch Konter. Konter sind nicht verkehrt. Wenn diese Taktik jedoch bereits in der 50. Minute ausgegeben wird, spricht das nicht gerade für den Trainer! Denn dadurch gibt man dem Gegner zu viel Ballbesitz und automatisch zu viel Kontrolle über das Spiel. In der 50. Minute sollte man sich darauf besinnen, das Spiel mindestens ausgewogen zu gestalten und zu Hause sollte man eindeutig weiterhin Federführend sein! Dies hat Union versäumt. Und diese Angelegenheit fällt klar auf den Trainer zurück. Natürlich kann er nichts dafür, wenn die Dinger vorne nicht reingehen, aber wie Union generell aufgetreten ist, ist Trainer-Sache. Ich verstehe daher nicht die Äußerung von UN im Berliner Kurier nach dem Spiel: „Manche werden jetzt wieder von einem Heimkomplex reden. Aber so wie wir gekämpft und gespielt und den Gegner unter Druck gesetzt haben, kann ich das nicht erkennen. Wir haben bloß versäumt, das zweite Tor zu machen." Ich habe den Druck lediglich nach dem 1:1 wahrgenommen.

Und somit haben wir das Problem: Ein bundesligafreies Wochenende verbunden mit einem Spiel in Bremen. Und wo in Bremen? Im Weserstadion. Dem Stadion der Werder-Profis der 1. Mannschaft. Warum spielt Werder II ausgerechnet an diesem Wochenende im Weserstadion und nicht auf ihrem Heimplatz, dem „Platz 11“? Vielleicht, weil lang verletzte Spieler wie Frings und Klasnic, sowie formschwache Spieler wie Owomoyela und talentierte Nachwuchskräfte wie Harnik, Hunt und Özil die II. Mannschaft des SVW verstärken werden, um Spielpraxis zu sammeln?!

Hinzu kommt, dass Spielgestalter Mattuschka und linker Dauerläufer Gebhardt mit Gelbsperren nicht mitwirken können. Desweiteren sind Heun und Göhlert verletzt und somit müssen wir in jedem Mannschaftsteil mit die besten Spieler ersetzen und dies wahrscheinlich gegen eine Bremer Mannschaft, die mindestens das Niveau einer guten 2. Liga-Mannschaft haben könnte (wenn sie tatsächlich mit Spielern aus der 1. Mannschaft verstärkt werden sollte). Was nun, Trainer? Wir haben uns selber den Revolver auf die Brust gesetzt, ohne uns bewusst zu sein, dass er tatsächlich geladen sein könnte. Nun könnte der Schuss gewaltig nach hinten losgehen, wenn wir in Bremen verlieren.

Wie hätte das Remis und somit die enttäuschten Gesichter der Spieler vermieden werden können? Wie oben schon beschrieben, mit natürlichem Heimmannschafts-Druck und offensichtlich durch eine bessere Chancenverwertung. Und diesbezüglich frage ich, warum Biran bereits in der 51. Minute für Benyamina ausgwechselt wurde? Wenn schon die Konter-Taktik ausgegeben wurde und im Vorfeld in mehreren Zeitungen Zitate von Neuhaus bezüglich Birans Knipserqualitäten zu lesen waren, wundere ich mich, dass er nicht länger das Vertrauen des Trainers genießen durfte und gerade Mitte der 2. Halbzeit, in unserer Konter-Hochphase, seine angeblichen Qualitäten nicht beweisen konnte? Dass Benyamina diese Qualität derzeit nicht hat, musste nicht nochmals bewiesen werden!

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft Marco Löring. Er war zwar ballsicher und hat wenig Fehler gemacht, aber ein rechter Läufer muss, wenn er nicht die Ausdauer für 75 Minuten hat, wenigstens eine Halbzeit Vollgas geben und sich dann zur Halbzeit auswechseln lassen. Es nützt Union nichts, wenn der rechte Läufer in der 2. Halbzeit in etwa so langsam ist, wie Ingo Wunderlich auf einem Bein. Die Auswechslungen in der 2. Halbzeit haben eindeutig gezeigt, dass wir leider keinen Auswechselspieler haben, der eine herausragende Qualität hat (zb Schnelligkeit: Odonkor und Wallcott oder Schusstechnik: Podolski), um dem Spiel in den verbleibenden 30 Minuten eine entscheidende Wendung zu geben!

In diesem Sinne das Schlusswort von Uwe Neuhaus aus der Bild-Zeitung: „Jetzt wird es schwer, den großen Traum weiterzuträumen.“

P.S. Ein kleiner Nachtrag aus der Rubrik Schusstechnik:
Angenommen, du rennst aus leicht rechtem Winkel aufs Zuckertor zu, der Keeper kommt dementsprechend raus und steht nicht mittig vor'm Tor, sondern leicht rechts, weil du ja auch von leicht rechts kommst: Dann schieße nie mit der Innenseite des rechten Fußes, wenn du (von dir aus gesehen) den Ball in die linke untere Torecke schießen willst. Du musst extrem gut zielen, weil der Ball sich mit der Innenseite nach links außen dreht, du aber auch nicht zu doll mittig zielen kannst, da ja dann der Torwart einschreiten würde. Die Chance steht hoch, dass du den Pfosten oder neben das Tor triffst. Also: besser mit dem rechten Außenrist oder der Innenseite deines linken Fußes ins linke Toreck schießen, denn da dreht sich der Ball von außen nach innen um den Keeper herum. Grüße an Benyamina.

11. April 2008

Körting: Verhandlungen über die Privatisierung der AF laufen

Zum Beginn eine juristische (nicht ganz einwandfreie) Interpretation des Grundgesetzes:

Artikel 1 Grundgesetz:
Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Ein Umzug in jedes andere berliner Stadion tritt die Unioner Würde mit Füßen! Die Verbindung Union – Alte Försterei ist unantastbar!
Art. 2 GG:
Jeder hat das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit.
Der 1. FCU hat das Recht, seine Persönlichkeit an der Alten Försterei zu entfalten. Er will dieses Recht nur dort wahrnehmen!
Art. 3 GG:
Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
Zählt ein Unioner und dessen Belange weniger als ein Herthaner? Nein!
Art. 4 GG:
Die Freiheit des Glaubens ist unverletzlich. Die Religionsausübung wird gewährleistet.
Der Religion heißt Union! Die Ausübung findet im Stadion an der Alten Försterei statt und nirgends sonst!
Art. 6 GG:
Ehe und Familie stehen unter besonderen Schutze der staatlichen Ordnung. Gegen den Willen der Erziehungsberechtigten dürfen Kinder nur auf Grund eines Gesetzes von der Familie getrennt werden, wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder wenn die Kinder aus anderen Gründen zu verwahrlosen drohen.
Der 1. FC Union ist unsere Familie, wir sind seine Kinder. Weder wir noch unser Heim, die Alte Försterei, drohen zu verwahrlosen. Wir würden bei einer Modernisierung sogar selber mit anpacken – wenn man uns denn lassen würde!
Art. 13 GG:
Die Wohnung ist unverletzlich.
Unsere Wohnung ist die Alte Försterei! Diese ist unverletzlich! Überlasst sie uns endlich!

Am Anfang machte er den Vorschlag, der 1. FC Union Berlin könne, seine Geschichte im Wanderrucksack eingeschnürt, seine Fans entwurzelt, sein Flair zerstörend in das Berliner Olympiastadion umziehen. Zwar heißt das Olympiastadion „Berliner Olympiastadion“ aber mit dem Berlin des 1. FC Union hat dies, außer, dass auch dort der Rasen grün ist, nicht viel gemein. Das Olympiastadion ist die Spielstätte der Hertha, die Alte Försterei ist die Spielstätte des 1. FC Union! Daran ist nicht zu rütteln.
Nun hat er, der unwissende, mittlerweile anscheinend geläuterte Berliner Sportminister Ehrhart Körting (SPD) zurückgerudert und am gestrigen Donnerstag im Abgeordnetenhaus bekannt gegeben, dass die Alte Försterei mittels eines Erbbaupachtvertrages privatisiert, sprich dem 1. FCU übertragen werden soll.
Seit der letzten Verhandlungsrunde am 04.04. mit Bezirk, Senat und Verein stand fest: bei der Qualifikation für die 3. Liga sorgt der Bezirk für die Spielfähigkeit des Stadions, bei einem Aufstieg in die 2. Liga kommen zusätzliche Finanzmittel durch das Sportanlagensanierungsprogramm des Senats hinzu.
Ungeklärt ist jedoch immer noch, ob eine komplette Modernisierung des Stadions möglich werden kann. Voraussetzung hierfür ist die Übertragung des Stadions an den 1. FC Union. Nur dann, betonte Präsident Zingler, werden die bereits im Hintergrund bereit stehenden Sponsoren in das Stadion investieren und die Modernisierung möglich machen. Herr Körting sprach dem Verein bis gestern eben diese vorhandenen Sponsoren ab. Er war sich nicht sicher, ob Union tatsächlich Gelder in der Hinterhand hat. Verständlich von Vereinsseite ist es, die Namen der potentiellen Geldgeber nicht zu veröffentlichen, um den Senat und den Bezirk nicht aus seiner Verantwortung zu nehmen.
Nun ist sich der Senat seiner Verantwortung gegenüber der Alten Försterei bewusst und sorgt für die Spielfähigkeit in der AF. Hinzu kommt jetzt, dass der Senat bzw. der Bezirk dem 1. FCU seine langjährige Spielstätte endlich übertragen will! Applaus! Herr Körting vertraut nun Herrn Zingler und seinen Sponsoren!
Derzeit verhandelt das Liegenschaftsamt mit dem Verein über einen Erbbaupachtvertrag. Wir haben gewonnen!


Zum Schluss noch eine unerfreuliche Meldung: Für die Vorfälle in Babelsberg, Dresden und beim Heimspiel gegen Erfurt muss Union nun 6000 € an den DFB abtreten. Insgesamt belaufen sich die Kosten für Böller u.ä. seit 2001 auf 80 000 €. Mein Vorschlag für die Risikospiele gegen Dresden und Magdeburg:

Der Herr vom DFB, der behauptet, Union würde beim Einlass ("Sicherheitsvorkehrungen") schlampen, stellt sich beim Spiel gegen Dresden an den Gästeblock-Einlass und macht sich ein Bild von der wirklichen Sachlage.
Die Kontrolleure werden super arbeiten, davon bin ich überzeugt und dann soll der Herr vom DFB mal eine Liste mit Mängeln erstellen.
Er wird keine Mängel finden. Also wird's in Zukunft keine Strafen mehr geben.
Was denken die denn beim DFB? Dass wir Böller-Detektoren am Einlass haben?

Lübeck spielt weiter / UN: "7 Punkte aus den nächsten 3 Spielen!"

Einige Union-Fans haben schon den Rechner rausgeholt und die gewonnenen Punkte gegen Lübeck abgezogen und sind dabei zum Schluss gekommen, dass ohne Lübeck die Tabelle noch enger wird, die ersten 10 Mannschaften noch enger aneinander rücken. Dies wäre tatsächlich der Fall, wenn der VFB Lübeck 5 Spieltage vor Saisonende den Spielbetrieb einstellen würde. Dann würden alle Lübeck-Spiele annulliert werden.
Laut dem Insolvenzverwalter Dr. Mark Zeuner wird es soweit jedoch nicht kommen, gegenüber den Lübecker Nachrichten sagte er: „Der Spielbetrieb wird bis zum Saisonende fortgeführt. Auch die Gehälter werden gezahlt. Die Spieler sollen die Köpfe frei bekommen.“
Die Löhne beim mit rund vier Millionen Euro verschuldeten Klub übernimmt in den kommenden Monaten die Bundesagentur für Arbeit. Der Spielbetrieb kann somit aufrechterhalten werden. Und laut meiner persönlichen Vorhersage werden wir mit einem Auswärtssieg in Lübeck den Aufstieg in die zweithöchste bundesdeutsche Fußballklasse feiern! Also, danke, dass ihr da oben in Lübeck weiter spielt.


Trainer Uwe Neuhaus ist in seiner kurzen Amtshandlung bei Union wahrlich nicht als Phantast sondern als Realist in Erscheinung getreten. Dies tut unserem Verein und den Unwägbarkeiten im deutschen Profifußball sehr gut und auch im Interview mit der BZ tritt er auf die Euphoriebremse… aber nur, bis 7 Punkte aus den kommenden drei Spielen eingefahren sind:
Wann werden Sie das Ziel 2.Liga in Mund nehmen?
Noch ist die Zeit nicht gekommen, vom ursprünglichen Saisonziel Dritte Liga abzurücken.
Käme ein Aufstieg zu früh?
Natürlich nicht, ein Aufstieg kann gar nicht zu früh kommen. Und wenn wir die Möglichkeit haben, wollen wir auch versuchen, sie zu nutzen.
Doch die Möglichkeit ist bereits da…
Ja, wir sind in keiner schlechten Position. Und wenn wir aus den nächsten drei Spielen gegen Wuppertal, Bremen und Cottbus sieben Punkte holen, werde ich mich auch weit aus dem Fenster lehnen.
Wie viele Punkte braucht man diese Saison zum Aufstieg?
70 ist die magische Zahl, ich denke aber, dass es dieses Jahr schon ab 65 bis 66 Zähler reichen könnte.
Wäre ein Aufstieg diese Saison einfacher als in der nächsten Spielzeit in der 3. Liga?
Schwer zu sagen, das könnte schon sein. Es kommen starke Absteiger dazu, die alle gleich wieder hoch wollen, sich auch finanziell stark engagieren werden.


Auf der offiziellen Union-Homepage wird für die Aktion „5000 Mitglieder bis zum 31. Mai“ geworben. Ein Ticker (siehe Bild) zeigt zeitnah die aktuelle Mitglieder-Zahl. Dabei ist den Verantwortlichen ein grober Schnitzer unterlaufen: Dem 5000. Mitglied winkt eine Dauerkarte für die Saison 08/09, nur wird natürlich jeder Fan, der sich einen Vereins-Beitritt überlegt, den Moment abpassen wollen, der ihn zum 5000. Mitglied macht. Das Problem: Wenn sich keiner anmeldet, alle nur warten, kommen wir nicht zur magischen 5000er Marke :)


6. April 2008

Essen 0:3 FCU

Nach den Vorkommnissen um Guido Spork am Anfang der Woche und spätestens mit der Pokal-Niederlage gegen den Verbandsligisten VFB Hermsdorf Mitte der Woche war klar, dass der erfolgreiche März (ungeschlagen) vorbei ist und der April uns zwar schlechtes Wetter brachte, jedoch keinen Aprilscherz, denn zu ernst wurde die Lage, schließlich drohte unsere positive Bilanz bei einer Niederlage in Essen zu kippen, verbunden mit weiteren internen Reibereien und aufkommender Unruhe im Umfeld.

In dieser verrückten Saison wurde schon bei einigen Spielen das Wort „Endspiel“ benutzt, aber erst das Spiel heute in Essen verdiente tatsächlich diese Bezeichnung: Bei einer Niederlage gegen Rot-Weiß Essen hätten wir nicht nur Essen wieder Hoffnung für die 3. Liga bereitet, sondern gleichzeitig unsere Hoffnungen auf Platz 1 (der bei der aktuellen Tabellensituation angestrebt werden sollte!) auf längere Sicht begraben können.

Und so traten beide Mannschaften dann auch auf. Sehr verhalten und auf Fehler des Gegners wartend, kurz: italienisch. Immer wieder ungewöhnlich für meine Augen ist das Erscheinen der Unioner in den Farben der Seychellen, in diesen unglaublichen hellblauen Trikots. Ich hoffe, in der kommenden Saison haben wir andere Ausweich-Trikots. Wirklich jede andere Farbe (außer Rosa) versprüht mehr Gefährlichkeit als dieses Alfred Biolek-Blau. Anyway, rein ins Geschehen:

Das Wetter hielt sich gut im schönen Georg-Melcher Stadion, auch der Rasen befand sich trotz des Regens in der vergangenen Nacht in einer guten Verfassung. Obwohl es für Essen um alles oder nichts ging, kamen erstaunlich wenige Essener ins Stadion, zudem waren sie dann auch ziemlich leise. Eine kleine Notiz hier am Rande: Auf dem Weg mit dem Zug durch den Pott kam die einhellige Meinung auf, dass hier wirklich nicht die schönsten Menschen wohnen und der Slogan der Region (Ruhrpott-K*******) durchaus seine Berechtigung hat. Ach, Berlin und die Berliner sind doch die Schönsten.

Die 1. Halbzeit war eine Zumutung. Gefühlte alle 30 Sekunden wurde ein Foul im Mittelfeld gepfiffen, meistens gegen den besten Essener, Guié-Mien, oder gegen einen unserer Wühlmäuse, Spork & Bönig. Beide Mannschaften hatten unglaublich viel Angst, Druck auf den Gegner auszuüben, niemand wollte hinten aufmachen, niemand wollte ein Konter-Tor kassieren. Es fanden kaum klar strukturierte Angriffszüge statt. Natürlich stand viel auf dem Spiel, aber ein Unentschieden hätte für beide Vereine zwei verlorene Punkte bedeutet! Zwar hatten beide Teams je 2 hochkarätige Chancen, jedoch stand deren peinliche Verwertung (insbesondere durch Essen) symbolisch für den Angsthasen-Fußball der ersten Halbzeit. Auch der kleinliche Schiri Schößling hatte ein Einsehen und schickte die Spieler sofort nach Beendigung der 45. Minute in die Kabine. Es konnte nur besser werden.

Mal wieder stellte sich heraus, dass, wenn Mattuschka keinen guten Tag hat bzw. vom Gegner kalt gestellt wird, aus dem Mittelfeld in Person von Spork & Bönig offensiv nur Magerkost zu erwarten ist. Wenn dann auch noch das Spiel über die Außen lahmt und Patschinski den sterbenden Schwan markiert, bleibt uns nur die Möglichkeit, über Standards gefährlich zu werden. Dass Union darin stark ist, wurde im Laufe der Saison schon oft bewiesen und auch dieses Mal brachte uns eine Mattuschka-Ecke auf die Siegerstraße an der Hafenstraße: Biran verwandelte die Hereingabe zum 0:1 in der 53. Minute. Zu diesem Zeitpunkt kontrollierte Union das Spiel und legte mehr Zielstrebigkeit an den Tag als im ersten Spielabschnitt. Patschinski hielt die Bälle besser, das Flügelspiel über Löring und den besten Unioner des Tages, Gebhardt, funktionierte besser und das gesamte Spiel nahm nach kollektivem Tiefschlaf in der 1. Halbzeit nun wesentlich mehr Fahrt auf. Essen verstärkte die Offensive, wir die Defensive (Stuff kam für Biran, der emsig war, aber zu wenige stürmerfreundliche Bälle aus dem Mittelfeld bekam). Zur Folge hatte dies, dass Essen mehr Offensivspieler auf dem Feld hatte, ihre Angriffsversuche aber weiterhin erschreckend ungefährlich waren und für die eigenen Fans wohl eine Zumutung sein mussten. Der FCU konterte sehr clever und erzielte das 0:2 und das 0:3 durch Tore von Mattuschka (79. Minute) und Benyamina (90.). Somit taten wir sogar noch etwas für unser Torverhältnis und distanzierten Essen auf 12 Punkte!

Die Moral aus der Geschichte: Durch die Hermsdorf-Niederlage war die Mannschaft merklich verwirrt und konnte nur teilweise in der 2. Halbzeit befreit aufspielen. Objektiv gesehen, kann Union mit dieser Leistung in den kommenden Partien gegen Wuppertal und Bremen keinen Blumentopf gewinnen. Die Mannschaft muss sich gewaltig steigern. Essen war vor dem heutigen Spiel bereits 9x angezählt, wir haben ihnen den Rest gegeben, aber Wuppertal und Bremen werden ganz anders auftreten und ihre Chancen im Gegensatz zu Essen heute in der 1. Halbzeit nutzen. Die Mannschaft feierte zwar dann ihren Sieg ausgelassen auf dem Platz des Gegners, aber ich bin mir sicher, dass Trainer Uwe Neuhaus mindestens wieder so viel zu kritisieren hat, wie nach dem ebenfalls auswärts in Babelsberg 3:0 gewonnen Spiels.

5. April 2008

Alte Försterei - live forever! Und Guido Spork...

Hinter den Kulissen wird fleißig an der Stadionfrage gearbeitet. Union hat nach einem Gespräch mit Sportsenator Körting am Freitag folgende Kerninformationen bekannt gegeben:

Der Bezirk Treptow-Köpenick garantiert die Spielfähigkeit der Alten Försterei für die dritte Liga. Gleichzeitig schickt der Bezirk zusammen mit dem Senat eine verbürgte Zusicherung an den DFB, dass bei einem Zweitliga-Aufstieg die vom DFB geforderten Auflagen von Bezirk und Senat erfüllt werden. Der berliner Senat hat sich nun also zu Union und der Alten Försterei bekannt!
Des weiteren wird intensiv an einem Erbpachtvertrag gearbeitet, der Union praktisch als Eigentümer der AF auftreten lässt und die Modernisierung der Alten Försterei für Sponsoren attraktiv werden lässt.
Es geht voran! Die Alte Försterei bleibt unsere Spielstätte! Egal, ob 2. oder 3. Liga, die Auflagen werden erfüllt, die AF wird modernisiert! We gonna live forever!


Guido Spork bezeichnet sich selber als unabkömmlich. Er gibt offen zu, dass es schon mal vorkommen kann, dass seine Spielweise die Grenzen der Legalität überschreitet. Einen solchen Wadenbeißer (positiv formuliert) bzw. hinterfotzigen Roy Keane (negativ formuliert) braucht seiner Meinung nach jede Mannschaft.

Erstaunlich ist, dass viele dieser unangenehmen, meist im defensiven Mittelfeld spielenden Akteure auf dem Platz zwar unausstehlich sind, im Privaten dann jedoch handzahme Menschen zu sein scheinen. So sagt man zb über den bayerischen Holländer (ups²) Marc van Bommel, dass er ein überaus ruhiger, lieber und aufmerksamer Mensch sei. Dokumentiert wurde dies bei diversen privaten Wein-Verköstigungen beim sozial-Menschen Valerien Ismael.

Normalerweise gehen diese Spieler der Rasse Gattuso auch beim Training mit Einsatz und Engagement voran. Nicht so bei Guido Spork. Er hat beim Waldlauf abgekürzt und eine Runde unterschlagen sowie einen lautstarken Disput mit dem Rat-Ältesten Marco Gebhardt geführt. Daraufhin wurde er vom Verein suspendiert und nach einer Aussprache und einer Geldstrafe in Höhe von ca. 8000 € begnadigt.

Es ist zu hoffen, dass jetzt intern der Haussegen nicht allzu schief hängt. Spork genießt in der Mannschaft eigentlich einen hervorragenden Ruf. Auf dem Platz ist er ein „aggressive Leader“ (Hitzfeld nach Telefonat mit Kalifornien), der die anderen Spieler mitzieht und puscht! Und von diesen Spielern haben wir definitiv nicht allzu viele. Nun hat er jedoch die Autorität der Trainer untergraben, was zur Folge haben könnte, dass sein Ansehen in der Mannschaft gesunken ist und der starke Teamgeist, den die Mannschaft im Laufe der Saison eindeutig demonstriert hat, nun auf eine harte Probe gestellt ist.

Kommen wir noch mal kurz zum Anfang zurück: ist ein Guido Spork wirklich in jeder Mannschaft von Nöten?
Meiner Meinung nach nur in diesen Mannschaften, die einfach nicht die spielerischen Mittel haben, um den Gegner zu bezwingen, sondern auch zu mindestens 50 % eine kämpferische, zerstörerische Ausrichtung haben, um zu gewinnen. Dass Marc van Bommel aus der niederländischen Nationalmannschaft zurückgetreten ist, hat nichts mit zwischenmenschlichen Problemen mit Trainer Marco van Basten zu tun, sondern schlicht und einfach deswegen, weil er weiß, dass sein Typ in der Nationalmannschaft nicht gefragt ist. Van Basten will den Gegner spielerisch bezwingen und nicht kämpferisch.
Gleiches gilt für große Mannschaften wie Arsenal, Real und Barca. Aber auch bei Mannschaften wie Manchester United spielen keine Zerstörer, Carrick ist bekannt für gefährliche Weitschüsse und strategische Fähigkeiten. Hargreaves findet sich meistens auf der Bank wieder. Natürlich gehört ein gesundes Zweikampfverhalten zum Spiel dazu, die Frage ist nur, ob man dafür auf einen Spork, der technisch in etwa so viel beschlagen ist wie ein Pferd und mir in der Spieleröffnung in dieser Saison kein einziges Mal aufgefallen ist, zurückgreift oder auf einen Flamini, der kämpfen kann wie ein Musketier, aber eben auch hohe spielerische Fähigkeiten hat.

Der Typ Viera ist out, der Typ Mascherano in. Vielleicht könnte ja Marco Löring in Essen neben Bönig den neuen 6er geben. Seine Lieblingsposition ist die 6 und spielerisch genießt Löring ein hohes Ansehen bei Trainer Neuhaus. Er könnte Mattuschka auch offensiv unterstützen. Union ist nicht hinterfotzig, Union ist ehrlich! Aber Union ist eben nicht Arsenal, sondern ein deutscher Regionalligist und in dieser Spielklasse muss gekämpft werden. Die Frage ist nur, in welchem Maße. Ob rein kämpferisch (Spork) oder kämpferisch + strategisch (Löring) werden die nächsten Spiele zeigen.

Zum Hermsdorf-Spiel nur so viel: Wir haben ein herrliches Endspiel gegen TeBe verpasst. Wir haben damit ebenfalls einen möglichen Einzug in die 1. DFB-Pokalrunde verpasst, womit wir widerum Einnahmen in Höhe von ca. 50 000 € verpasst haben. Wir haben mit dieser Niederlage jedoch einer möglichen Überheblichkeit entgegen gewirkt, die sich aufgrund unserer Serie (ungeschlagen in der Rückrunde) hätte einschleichen können. Die Mannschaft wird also hoffentlich in Essen alles geben und mit einem völlig anderen Gesicht auftreten, so, dass wir die 2. Liga erreichen und damit auch den DFB Pokal. Möglich ist es, also nutzt es!