3. November 2008

Union 1 – 0 Düsseldorf

Auch einen Tag nach dem Sieg bin ich noch sehr beeindruckt von der Leistung der eisernen Elf! Besonders die erste Halbzeit sah alles andere als nach Amateurfußball, sondern wahrlich nach Profifußball aus! Willkommen in der dritten Liga! 1. Platz: 1. FC Union Berlin! Jawoll!


Union kontrollierte die ersten 70 Minuten des Spiels. Und das gegen einen namenhaften Gegner, der zudem auf Platz 3 der Tabelle rangierte. Union spielte überlegt, kontrolliert, geduldig. Alles hatte Hand und Fuß, was man selten bei Union sieht. Aber anscheinend hat sich etwas Grundlegendes geändert. Denn Union hatte einen Plan. Union war bissig, gab keinen Zweikampf verloren, hatte gefühlte 80 % Ballbesitz. Düsseldorf erinnerte mich stark an den etwas dummen Boxer Sylvester und Union an den überlegenen Boxer Felix Sturm. Die beiden kämpften in der Nacht zuvor gegeneinander und in jeder Runden-Pause sagte der früher als Maurer angestellte Trainer von Sebastian Sylvester seinem Schützling: „Wir sind hier hergekommen, um zu gewinnen. Du musst mehr machen! Du musst mehr machen!“ Gleiches dachte sich wahrscheinlich der ein oder andere Fan der traditionsreichen Fortuna. Was Düsseldorf ablieferte, war nicht siegeswürdig. Was Union ablieferte, war bis zum Strafraum sehr gut, im Strafraum fehlten jedoch die wirklich zwingenden Möglichkeiten. Und die wenigen Chancen wurden teilweise spektakulär, aber immer auch dankbar vom Düsseldorfer Keeper vereitelt (Freistöße, die gefährlich aussahen, es aber im grunde genommen nicht waren) bzw. vom eigenen Stürmer (Patschinski) vergeben wurden. Und so hätte es kommen können, wie es auch bei Felix Sturm hätte kommen können: Eine Unachtsamkeit zum Kampfende hin und all die Überlegenheit in den Minuten zuvor wäre vergessen gewesen. Zum Glück wurde ein Tor der Düsseldorfer wegen Abseits nicht anerkannt und die ein oder andere brenzlige Situation mit Dusel überstanden. So langsam dürfte das Union-Glück für die Hinrunde der Saison aufgebraucht sein… Trotzdem spricht man nun aufgrund der Spielanteile natürlich von einem verdienten Sieg der Berliner, vergisst man dabei, dass im Fußball nicht immer der bessere, sondern oft einfach nur der clevere gewinnt. Aber es gibt auch im Jahre 2008 Gerechtigkeit und so wurde die Mannschaft, die mehr in den Sieg investierte, belohnt. Obwohl, wenn wir von Gerechtigkeit reden, müssen wir auch zugeben, dass der ein oder andere Schiedsrichter die Berührung von Menz am gegnerischen Stürmer gepfiffen hätte und auf Elfmeter für Düsseldorf entschieden hätte. Wenn wir uns jedoch mal genau überlegen, ob dies wirklich ein Elfmeter gewesen wäre, dann kommen wir zu dem Schluss, dass einige verweichlichte Schiedsrichter und sich aufblasende Medien dafür gesorgt haben, dass solche harmlosen, sesselpfurzenden Berührungen mittlerweile gepfiffen werden und somit Baskettball mit Fußball verwechselt wird. Also war es absolut richtig, dass hier kein Elfmeter gegeben wurde. Und der angebliche Handelfmeter, auf den will ich hier erst gar nicht eingehen. Denn solche Argumente sollte man schön stecken lassen, wenn man selbst ganz genau weiß, was man hätte alles besser machen können, als nach dem Spiel rumzulamentieren (Grüße an Norbert M.).


Bedauerlich ist lediglich, dass wir wieder zwei Ausfälle zu beklagen haben: Mac, bester Mann auf dem Feld, fehlt in Unterhaching wegen seiner fünften gelben Karte und Kohlmann fehlt mindestens 2 Wochen wegen einem dicken Knöchel. Dafür ist Dogan wieder spielberechtigt, sowie Ruprecht und Schulz im Trainig. Letzterer war am Sonntag sogar das erste Mal seit langer, langer Zeit wieder im Kader und machte es sich auf der Bank gemütlich! Willkommen zurück, Kapitän. Mal gucken, wo für dich in dieser stabilen Abwehr Platz ist…