Offizieller Kündigungsgrund: Das Vertrauensverhältnis sei geschädigt, da Patschinski an Poker-Runden des B*C teilgenommen und sich dort unschön über seinen Arbeitgeber geäußert haben soll. Kann man damit ein Gerichtsverhahren gewinnen? Wohl kaum. Ein solches strebt Patschinski nun jedoch an, er fühlt sich ungerecht behandelt – seiner Meinung nach ist die Kündigung unter den uns bekannten Argumenten nicht rechtens. Dazu kommt seine mangelnde Arbeitseinstellung, die ihn in die zweite Mannschaft beförderte. Diese Degradierung ist ein normaler Prozess mit Spielern, die keine Leistung bringen, sie ist dem Arbeitgeber Union Berlin gestattet. Jedoch eine Kündigung einzureichen, weil man an einem Pokerturnier teilnahm, scheint unverhältnismäßig. Es müssen also noch weitere, härtere Gründe für den Rausschmiss vorliegen, sonst wird sich die Führungsetage Unions vor Gericht blamieren.
Es ist nicht bekannt, was wirklich, was tatsächlich vorgefallen ist. Dass er an einer Pokerrunde beim Erzrivalen teilgenommen hat, scheint sich durch mehrere Quellen zu bestätigen. Ist diese Teilnahme ein so gewichtiger Grund, dass er eine Kündigung nach sich zieht? Auf der einen Seite betont der normale Unioner zwar, wie er den B*C verabscheut, ergänzt aber in jedem Satz, wie unwichtig ihm der Club aus Hohenschönhausen sei, da er sportlich keine Konkurrenz darstellt, bzw. sportlich die Machtverhältnisse klar für Union sprechen. Desweiteren war Patschinskis langjährige, väterlich bedingte Beziehung zum B*C seit langem bekannt, aber erst jetzt wird er als Verräter gestempelt.
Sollte ein Union-Fan einen langjährigen Union-Spieler, der viele Tore für den FCU geschossen hat und nun zweifellos sportlich nachgelassen hat, aufgrund des Pokerturnieres dermaßen diffamieren, wie es auf Spruchbändern gegen Dynamo Dresden geschah? Hat man andere Informationen, als der normale Unioner den Berliner Zeitungen entnehmen konnte? Wenn nicht, hat man die Macht der Meinungsmache in der „Kurve“ leichtfertig und unüberlegt hergegeben. Wer nichts genaues weiß, sollte nicht den Richter spielen.
Im Patschinski-Fall wurde bisher einseitig informiert, nämlich durch den Verein. Der nun ohne Job dastehende Spieler hat sich bisher nicht wirklich zu den Vorgängen geäußert. Es wird zu einem Prozess kommen und dann wird sich herausstellen, was genau passiert ist. Erst dann sollte man sich eine endgültige Meinung bilden und bis dahin sollte man nicht vorschnell richten. Vielleicht sollte man seine Meinung im kleineren Kreis vertreten und auf die öffentliche Meinungsmache verzichten. Zu schnell werden Tore vergessen, kommen drei Buchstaben ins Spiel. Herrgott, es ist nur Fußball.
Und wie oft wurden wir Fans das 1. FC Union Berlin in der Medien-Landschaft pauschal in den Dreck gezogen und konnten uns dagegen kaum wehren? Wie oft wurden Klischees bedient, wieder rausgekramt ohne, dass die Mehrzahl der Fans Gründe dafür lieferte? Und nun springen einige Fans auf den gleichen Zug auf, ohne wirklich zu wissen, was passierte.
9. März 2009
Nico Patschinski
Eingestellt von
kano
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2 Kommentare:
Manche Leute halten Fußball für eine Sache von Leben und Tod. Ich kann
Ihnen versichern, es ist sehr viel wichtiger als das.
Bill Shankley
Eisern
Der Beitrag gefällt mir sehr gut. Danke dafür.
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